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Speziesismus in Schule und Unterricht

Auflistung der Ausbeutungsmöglichkeiten von Ziegen – Sekundarstufe I: Unterricht Biologie, Heft 337/338Wie in einer speziesisti­schen Gesellschaft nicht anders zu erwarten, ist auch im Schulunterricht aller Klassen Speziesismus auf unterschiedliche Art und Weise vertreten. Einerseits in Lehrbüchern selbst, andererseits durch die Lehrer, die in der Regel Unveganer und Speziesisten sind.

Vor- und Grundschule


Das beginnt oft schon im Vorschulalter oder den unteren Klassen, wenn "Lernausflüge" bzw. Wandertage zu Tierausbeutungsbetrieben (oftmals "Bauernhöfe") oder Tierausbeutungseinrichtungen ("Zoos" oder andere) veranstaltet werden. Eigentlich würde es den Kindern nicht schaden, wenn sie etwas über die Realität der Tierausbeutung erfahren, allerdings ist Realität etwas, das dabei ↑konsequent vermieden wird. Die Tierausbeuter versuchen, von ihrem wirklichen Tun abzulenken und verschweigen, daß für ↑Tierprodukte Tiere sterben müssen. Um Kinder vor dieserEs wird suggeriert, nichtmenschliche Tiere seien nur die Sklaven der Menschen – Evolution schafft Vielfalt, Erhard Friedrich Verlag, 2009 billigen Indoktrination zu schützen, sollten vegane Eltern ihnen (je nach Alter) erklären, warum es nicht sinnvoll ist, sich an so etwas zu beteiligen, und sie von solchen Veranstaltungen fernhalten.

In diesem Alter kommen auch viele Kinder mit speziesistischen, die Tierausbeutung verharmlosenden →Kinderbüchern in Berührung. Eltern, die davon erfahren, sollten einerseits die Kinder über die dort verbreiteten Lügen aufklären und andererseits in einem Gespräch mit den Erziehern/Lehrern fordern, Bücher mit solchen Fehlinformationen zu entfernen und stattdessen Bücher mit objektiven Darstellungen einzusetzen.

Höhere Klassen


Speziesismus in den höheren Klassen betrifft am intensivsten den Ethik- und Biologieunterricht.

Im Ethikunterricht wird mindestens einmal über Moral bzw. bei der Behandlung von Philosophietheorien über Moralphilosophie gesprochen. Dabei werden sowohl bei Durchschnittsmoral, als auch in den einzelnen Moralphilosophien durchweg speziesistische Positionen vermittelt. Dies bietet eine geeignete Möglichkeit, um den Lehrer und die anderen Schüler über die Inkonsequenz und Doppelmoral des Speziesismus zu informieren. Wer Argumentations- oder andere Hilfe zu einem bestimmten Thema oder Vortrag/Referat sucht, kann dazu einen Beitrag im →Forum schreiben.

Im Biologieunterricht wird bis heute bei der Behandlung des Ernährungsthemas in der Regel direkt oder indirekt gegen Veganismus polemisiert und es werden Fehlinformationen über die vegane Ernährungsweise verbreitet, die hauptsächlich das typische Klischee des Nährstoffmangels betreffen. Die Argumentation lautet dabei, daß Vegetarismus gerade noch möglich sei, wenn möglichst viele Kuhmilchprodukte konsumiert würden. Auch gegen diese Propaganda kann mit den entsprechenden Informationen vorgegangen werden, wie dem →ADA-Positionspapier oder den →Informationen zu diversen Nährstoffen.

In der Regel wird mindestens einmal während der Schulzeit seziert bzw. mikroskopiert. Inzwischen wird es meistens an Pflanzen bzw. Pflanzenteilen durchgeführt, es kann aber auch noch an Tieren (Fische, Würmer, Frösche) oder Tierteilen (Rinderaugen) vorgenommen werden. Auch wenn die betreffenden Tiere bereits tot sind, sollte man sich solchen Praktiken natürlich verweigern, um die Inakzeptabilität dieses Umgangs mit Tieren zu demonstrieren, bzw. wo möglich bereits im Vorfeld seine Verweigerung dem Lehrer verdeutlichen, um die Tötung eines Individuums zu verhindern. Die Verweigerung wird inzwischen fast ausnahmslos anerkannt, sodaß keine negativen Konsequenzen daraus entstehen.

Fast immer wird während der Schulzeit in irgendeiner Weise das Umweltthema (Umweltverschmutzung, Umweltzerstörung) behandelt, im höheren Biologieunterricht auch konkret der Nährstoffverlust durch das Umwandeln veganer Nahrung in unvegane Produkte (Energiepyramide). Hier kann gut argumentiert werden, daß Veganismus neben seiner tierrechtsethischen Notwendigkeit auch wesentlich ↑umweltfreundlicher ist (wie nicht nur das ↑Umweltbundesamt bestätigt) und auf der anderer Seite Unveganismus für die Tierausbeutungsbetriebe verantwortlich ist, die einen enormen Anteil an der Umweltzerstörung durch Methanausstoß oder Gewässerverschmutzung durch ↑Gülle haben.

Auch in Bezug auf alle Biologiethemen kann im Forum nach Argumentations- oder Recherchehilfe gefragt werden.

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Martin Pätzold, 16. September 2009, 26. Oktober 2009