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Worauf ist während der Schwangerschaft zu achten?

UltraschallbildWährend der Schwangerschaft ist insbesondere eine ausreichende Zufuhr an →Vitamin B12, →Vitamin D, →Eisen und →Folsäure sicherzustellen.

Schwangerschaftsübelkeit und "Gelüste"


Merkwürdige "Gelüste" (etwa auf saure Gurken mit Schlagsahne, Leichenteile usw.) oder Widerwillen gegen bestimmte Nahrungsmittel, oft einhergehend mit Übelkeit bzw. Erbrechen, sind völlig normal.

#uebelkeitDrei Viertel aller Schwangeren sind von Schwangerschaftsübelkeit betroffen. Dieser Zustand ist überwiegend hormonell (teils auch psychisch und genetisch) bedingt und legt sich in der Regel zu Beginn, spätestens zum Ende des zweiten, gelegentlich erst des dritten Trimesters, meist zwischen der 12. und der 18. Schwanger­schafts­woche.

Die Übelkeit in der Schwangerschaft schützt das Kind: Die Schwangeren entwickelten vor allem Aversionen gegen Stoffe, die der Gesundheit des Ungeborenen schaden, insbesondere Alkohol, Nikotin und Kaffee, aber auch Teile toter Säugetiere, Vögel, Fische usw. sowie Eier und Milchprodukte lehnen viele – auch unvegane – Schwangere instinktiv ab. Zudem belegen Studien, dass Frauen, die unter Übelkeit in der Schwangerschaft leiden, ein geringeres Fehlgeburts-Risiko haben: "Fleisch" und andere Tierprodukte, die leicht mit Krankheitserregern kontaminiert sein und so dem Kind gefährlich werden könnten, werden auf diese Weise auch von Unveganerinnen häufig gemieden. Veganerinnen, die nicht an Schwangerschaftsübelkeit leiden, müssen sich daher dennoch keine Sorgen wegen eines erhöhten Risikos machen, da sie diese Produkte ja ohnehin nicht konsumieren.

Besonders morgens kann die Übelkeit besonders schlimm sein ("Morgenübelkeit"). Hier hilft es, etwas trockenes Brot oder Toast, Zwieback, Kekse, Cracker, Trockenobst o.ä. zu essen, um den Blutzuckerspiegel zu erhöhen. Ansonsten zwischen (nicht zu) den Mahlzeiten viel Flüssigkeit zu sich nehmen (Wasser, Tee, Gemüsebrühe, Melone, Trauben, Fruchteis, Eiswürfel); fettes, säurehaltiges oder stark gewürzes Essen vermeiden, stattdessen viel Obst und Gemüse (auch roh), Ingwer und Zitrone; eher viele kleine Mahlzeiten als wenige große; →Eisenpräparate (die den Verdauungsapparat belasten können) vermeiden, es sei denn, es wurde beim Bluttest ein Eisenmangel festgestellt; Haselnüsse, Mandeln, Kürbiskerne, trockene Haferflocken o.ä. kauen, um den Speichelfluß anzuregen und überschüssige Magensäure zu binden; viel frische Luft.

Nur in seltenen Fällen ist das Erbrechen so heftig, daß praktisch keine Nahrungsaufnahme mehr möglich ist und eine ärztliche Behandlung erforderlich ist, um Unterernährung, Dehydration usw. des Babys zu vermeiden.

#geluesteUmgekehrt kann es zusätzlich zu merkwürdigen Gelüsten kommen, tatsächlich sind etwa fünf von sechs Schwangeren mehr oder weniger stark betroffen. Sauerkraut mit Gummibärchen mag ja (so es vegane Gummibärchen sind) vergleichsweise harmlos sein, aber spätestes wenn es Schwangere nach Sekt, Nikotin oder Autoabgasen (auch das kommt vor) gelüstet ist klar, daß hier kein Mechanismus zugrundeliegt, der nützt. Ursache sind auch hier vermutlich hormonelle Veränderungen.

Insbesondere sind solche Heißhungerattacken anders als vielfach angenommen im Normalfall natürlich kein Zeichen für einen Mangel (andernfalls hätten viele, auch nicht Schwangere, einen Mangel an Stoffen, die ausschließlich in Schokolade, Kuchen oder Bier enthalten sind). Was den Umgang mit solchen Gelüsten angeht: Wenn es denn Erdbeeren mit Senf sein müssen, warum nicht; falls die Gelüste unvegane "Lebensmittel" betreffen, können sie durch vegane Alternativen befriedigt werden.
Achim Stößer, 28. August 2009